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Archiv-Beitrag vom 04.12.06

 

LTTE-Führer meldet sich zu Wort

Kein Frieden in Sicht

In seiner jährlichen Rede zum „Helden-Tag“ am 27.11.06 äußerte der Chef der Tamil Tigers Prabhakaran seine Frustration über die unveränderte Position der Regierung zum Schicksal des Tamilischen Volkes.

Nach wie vor werde das Selbstbestimmungsrecht der Tamilen unterdrückt, die Menschen im Norden und Osten würden unter dem heftigen militärischen Vorgehen der srilankischen Armee leiden, Hunger und Obdachlosigkeit sei weit verbreitet. Insbesondere kritisierte er die Schließung der A9-Autobahn, die der Versorgung der Bevölkerung mit Nahrungsmitteln und medizinischem Bedarf gedient hätte. (Die Regierung hatte die Straße geschlossen, da die Sicherheit der Fahrzeuge wegen Überfällen der Tamil Tigers sowie wegen zahlreicher Verluste durch Minen nicht mehr gewährleistet war. Zum anderen diente sie den Tigern als üppige Einnahmequelle durch Wegezölle und Schutzgelderpressung). Prabhakaran ließ keinen Zweifel daran, dass man solange weiterkämpfen werde, bis die Tamilen ihren eigenen Staat „Tamil Eelam“ hätten. Eine föderale Lösung in einem einheitlichen Sri Lanka käme nicht in Frage. Damit ist aber auch gesagt, dass eine friedliche Lösung in weiter Ferne ist, denn eine Spaltung des Landes wird von der Regierung und allen anderen maßgeblichen Parteien ebenso kategorisch abgelehnt.

Am selben Tag äußerte sich auch Karuna Amman, der Chef einer abgesplitterten tamilischen Befreiungsarmee zu Wort. Der frühere hohe Kommandeur der Tamil Tigers griff Prabhakaran in harschen Worten an, bezeichnete ihn als machthungrigen, menschenverachtenden Despoten, der das eigene tamilische Volk unterdrücke, terrorisiere und als Schutzschild opfere. Prabhakaran handele aus reiner Selbstsucht und hätte tausende von Tamilen für seinen privaten Luxus verheizt. Karuna sagte weiter, dass die LTTE stark zurückgedrängt worden sei und ihre militärische Stärke täglich schwinden würde. Er und seine Truppen würden nicht ehr ruhen, bevor das tamilische Volk von der Geißel der Tamil Tigers und speziell der Terrorherrschaft ihres Anführers befreit sei. Dann würde man die Waffen niederlegen und eine politische Lösung innerhalb eines einheitlichen Sri Lanka unterstützen. Es wäre zu schön….

Karunas Armee war neulich allerdings selbst durch ausländische Beobachter angeklagt worden, Kinder zu entführen und als Soldaten zu missbrauchen.

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