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 Navam Maha Perahera

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Zu den beeindruckendsten Erlebnissen, die man in Sri Lanka
haben kann, zählt zweifellos der Besuch einer Perahera. Peraheras sind farbenprächtige Festumzüge, meist mit buddhistisch religiösem Hintergrund. Sie erinnern etwas an unsere Karnevalsumzüge.

Am 2. Februar 2007 hatte ich das Glück, die Navam Maha Perahera in Colombo mitzuerleben. Sie wird jährlich am Vollmondtag des singhalesischen Monats Navam (entspricht unserem Februar) abgehalten. Veranstalter ist der Gangaramaya Tempel im Herzen der Hauptstadt von Sri Lanka. Der spirituelle Hintergrund ist die Verehrung des 3fachen Juwels: Buddha, die Gemeinschaft der Mönche und die  Lehre.

( Zitat:”Die    Dreifache Zuflucht – auch die drei Kostbarkeiten, die drei Juwelen oder die    drei Schätze genannt – stellt das grundlegende Bekenntnis der Zugehörigkeit    zum Buddhismus dar. Es lautet: „Ich nehme Zuflucht zum Buddha, ich nehme    Zuflucht zur Lehre (Dharma), ich nehme Zuflucht zur Gemeinschaft (Sangha).”

http://www.reichhold.de/wichern/8g3_ab04/religion/bud_inf1.htm

 

IMG_0680Das Fest begann mit Einbruch der Dunkelheit. Tausende Schaulustige saßen und standen an den Straßen. Am Anfang wurden durch Abgesandte anderer buddhistischer Tempel aus der ganzen Welt Reliquien in den Tempel getragen. Dem folgte ein kleines Feuerwerk. 

IMG_0715Danach kam der heiligste Akt: ein weißer (zumindest weiß

behangener) Elefant mit einem besonders wertvollen Schrein wurde aus dem Tempel geführt. Aufgrund der außerordentlichen Hochachtung für diesen Schrein läuft der prächtig geschmückte Elefant auf weißem Leinen. Voran ging der Abt des Tempels, der sich persönlich um das richtige Auslegen des weißen „Teppichs“ kümmerte. Toll war, dass ich ganz dicht am Geschehen dran war (hier wirkte wieder der Ausländerbonus), was man an den Fotos gut sehen kann. Der heilige Dickhäuter hätte mir fast auf den Füßen gestanden. Lächeln musste ich nur über die Stromversorgung des „erleuchteten“, blinkenden Tieres. Ein Jeep mit einem Generator folgte ihm, Elefant und Auto waren verkabelt.

Anschließend begann der Umzug, der von jungen Mönchen angeführt wurde. In den Straßen ringsum warteten hunderte von weltlichen Teilnehmern (Fotos) und an die 50 wundervoll geschmückte Elefanten. Sie alle ziehen zum Tempel, um dem 3fachen Juwel ihre Aufwartung zu machen. Die Navam Maha Perahera soll auch Volkskünstlern die Möglichkeit geben, ihre Begabungen zu zeigen. So kann man stundenlang Tänzern, Trommlern, Stelzenläufern,  Jongleuren, Feuerspuckern, diversen Musikern und Fackelträgern zusehen.IMG_0654

Immer mal wieder gab es auch Männer mit langen Peitschen zu beobachten und in das Geräuschcluster mischte sich das Zischen und Knallen der Peitschenhiebe. Offenbar sollten sie böse Geister vertreiben oder aber den Umstehenden zeigen was passiert, wenn man den Pfad der Tugend verlässt. Wie auch immer: ein abwechslungsreiches, buntes   Treiben mit Musik, Tanz und Feuerakrobatik, dass man so schnell nicht vergisst.

 

Die Stars des Abends waren natürlich die Elefanten in ihren prächtigen Kostümen. Besonderes Flair erhält diese Perahera noch durch die Lage des Tempels an einem See mitten in der Stadt. Ein kleiner Tempel wurde auf einer künstlichen Insel errichtet und ist über eine Brücke zu erreichen.

Vollmond und Fackelschein spiegeln sich im Wasser, während Tausende zum Tempel pilgern. Wer also Anfang Februar in Sri Lanka ist, sollte sich dieses Erlebnis nicht entgehen lassen. Autos muss man ein Stück entfernt parken, z.B. bewacht am Liberty Plaza, und den Rest zu Fuß laufen oder mit dem Tuktuk fahren. Wenn man nicht ganz bis zum Ende bleibt, kommt man anschließend auch wieder gut aus der Stadt raus.  

Video von der Navam Perahera in Colombo